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Re - Viel Wind um Energie

Mai 1, 2008

> Also doch, du gibst es selbst zu: Der GAU ist möglich.
Was soll denn das heißen? Da gab es nie etwas abzustreiten, und das
ist auch nicht das Geständnis eines Kriminellen.
Schau auf das Wort: Größter Anzunehmender Unfall. Natürlich ist der
möglich, noch nicht einmal richtig unrealistisch. Dann hieße er ja
“Nicht Mehr Anzunehmender Unfall”. Ein GAU ist schon per Definition
immer möglich, und man kann eine Wahrscheinlichkeit dafür angeben.
Eine völlig andere Frage ist, welche Folgen ein GAU hat. Er ist ja
nicht unbedingt mit Freisetzung von Radioaktivität verbunden. Der
GAU beim EPR bedeutet einen geschmolzenen Kern im Containment, der
GAU beim MSR bedeutet Salz im Speichertank, der GAU beim LM-FBR
bedeutet gar nichts. Und beim klassischen Druckwasserreaktor
bedeutet er einen Reaktorkern im Erdreich knapp unter dem
Reaktorgebäude mit ziemlich hohen Aufräumkosten.
Wieder eine andere Frage ist, wie wahrscheinlich ein GAU ist. Es
müssen sehr viele Probleme zusammenkommen, damit ein GAU eintritt.
Möglich ist er. Möglich ist aber auch, dass dich der Blitz beim
Scheißen trifft. Risiken kann man, nein, muss man gegeneinander
abwägen.
Und jetzt bitte keine Ausflüchte, dass alles konventionelle Böse ist
und nur Alternative Energie die Absolution garantiert! Mit dem
Wissen, dass Kohleverstromung jährlich 30.000 Menschen tötet (das ist
eine Leiche alle 17 Minuten), findest du, man sollte zunächst
Kohlekraftwerke oder Kernkraftwerke abschalten und warum?
> LOL! Fahr mal nach Hamm-Uentrup. Da kannst du den nicht rückbaubaren
> Reaktor vom THTR besichtigen, in dem ein Haufen zerbröselter
> Thorium-Kugeln für die nächsten paar Tausend Jahre kräftig strahlen.
Einige wenige sind zerbröselt. Die Spaltstoffpartikel, die dabei
frei werden, halten noch immer die Spaltprodukte zurück. (Ja
wirklich, frag Google nach TRISO-Partikeln, wenn du verstehen willst,
wie sie das machen.) Und ging es nicht eben noch um Überhitzung und
Durchschmelzen? Was hat das mit zerbrochenen Brennelementen zu tun?
> Ganz und gar nicht, im Gegenteil. Regenerative Energie erzeugt sogar
> gar keinen [Müll].
[ ] Du weißt, welche Chemikalien zur Herstellung von Solarzellen
eingesetzt werden.
[ ] Du weißt, was aus Stauseen ausgast.
[X] Abgewrackte Windturbinen sind auch Müll.
Also entschuldige bitte, aber ein wenig Realismus wäre schon
angebracht.
> Und das Atommüll entsorgt wird, ist die größte Lüge der
> Atomlobby. Es gibt weltweit keine Lösung für den gefährlichsten Müll
> und es ist auch keine in Aussicht.
Falsch, es ist nur keine Lösung in Aussicht, die Leute wie du
akzeptieren werden. Das ist aber kein technisches Problem.
Betrachten wir mal kurz die Kanadische Lösung. Kanadier holen ihr
Uran aus Granitgestein, wo es offensichtlich seit Jahrmillionen lag
und niemanden getötet hat. Ihr Reaktormüll ist hauptsächlich
Uranoxid mit etwas Oxiden kurzlebiger Spaltprodukte. Den tun sie
zurück in den Granit. Nach rund 300 (in Worten: dreihundert) Jahren
ist er weniger gefährlich als Uranerz, und zwar deshalb, weil es sich
dann essentiell um Uranerz handelt, und zwar abgereichertes.
Für welches Problem ist das noch gleich keine Lösung?
> Ach, du meinst nicht zufällig die Anlage in Hanau, die ohne
> entsprechende Genehmigung gebaut und betrieben wurde und aus der zig
> Kilogramm Plutonium spurlos verschwunden sind?
Hast du Links? (Aus echtem Interesse.)
Wie auch immer: wurde irgendwas verschmutzt? Ist das Plutonium in
der Umwelt gelandet? Und Plutonium ist ohnehin kein Abfall, es ist
Kraftstoff. Das Plutonium loszuwerden, ist kein Problem, niemand
schmeißt es freiwillig weg. (Das heißt, es wäre kein Problem, hätte
man schnelle Brüter gebaut.)

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