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Auslastung - Viel Wind um Energie

Juni 8, 2008

> Anteil von 10-20% an der Stromerzeugung hat, waehrend der
> Installation dieser Anlagen in den letzten Jahren der
> Regelenergiebedarf eben nicht gestiegen ist.
Sie reden von der “Regelenergie“, die fuer einen Ausfall von
Kraftwerken/Leitungen/… zur Verfuegung stehen muss. Die bleibt
natuerlich mit oder ohne Windkraft gleich. Wobei sich dieses
Verhaeltnis Windenergie zu Regelenergie nicht regional einschraenken
laesst. Insofern geht das Argument ins Leere, dass sich in der Naehe
von manchen Windparks kein konventionelles Kraftwerk stuende.
Ich rede hingegen von der Energie, die aufgebracht werden muss, wenn
Flaute herrscht.
Das sind 2 verschiedene paar Schuhe, erstere machen bei der Windkraft
natuerlich kaum ein Problem (sie brauchen es daher nicht in jedem
Posting erneut belegen), zweiteres jedoch schon.
> Es geht nicht darum, auf ein bestimmtes Kraftwerk zu zeigen.
Ach? Und warum fordern Sie genau das von den EEn-Kritikern?
> und Dargebot: Auch WEA nehmen an der Bereitstellung von Regel-
> energie teil.
Und wie steuert man das Aufkommen von Wind um das zu koennen? Oder
liefern WKAs neuerdings auch bei Flaute nach Belieben Energie?
> Schoen. Die Erhoehung der Regelenergie ist offensichtlich auch
> kein Problem,
So wie Sie die Regelenergie (Ausregeln von ploetzlichen Ausfaellen)
interpretieren nicht. Es steigt aber der Bedarf von Kraftwerken an,
die bei Windflauten einspringen muessen.
> im Gegensatz zu wiederholten Behauptungen aus
> dem Bereich der Lobbys fossiler und nuklearer Stromerzeuger.
Auch die meinen das nicht so wie Sie.
> unerwartet ausfallen, bricht auf einen Schlag je nach
> Regelbereich ueber 30% der Last weg
Das ist auch beim Ausfall von Leitungen nicht anders. D.h.
Regelenergie wird man so oder so brauchen.
> Dagegen ist ein unerwarteter Ausfall der gesamten Windstrom-
> produktion ein fuer praktische Zwecke unmoegliches Ereignis.
Heisst das, dass Sie die Moeglichkeit von Flauten und den damit
verbundenen (nicht-unerwarteten) Ausfaellen (>90%) jetzt zugeben? :-) Aber ja, ich stimme Ihnen diesbezueglich zu.
> beruecksichtigt, dass die Graphik von 2001 ist, als vorwiegend
> WEA in der Technologie der 90er Jahre installiert waren,
Und die heutigen WKAs erzeugen auch ohne Wind Energie? Oder wie?
> ferner in Rechnung stellt, dass der Regelbereich der Eon,
> jedenfalls das Gebiet, in dem 2001 ueber 90% der WEA dieses
> Bereichs installiert waren, ein sehr homogenes Wetter aufweist,
Ach? Homogenes Wetter? Praktisch deutschlandweite Flauten? Wer haette
das gedacht? Wo Sie doch Stein und Bein geschworen haetten, dass bei
einer solchen Flaute die restlichen 10 % am “Rand” dieser Flaute wie
wild Energie liefern muessten. :-))
Und ja, die Windraeder sind ungleich verteilt. Liegt ganz einfach
daran, dass der Wind in D sehr ungleichmaessig verteilt ist, weswegen
die WKAs auch heute und in Zukunft aehnlich ungleichmaessig verteilt
bleiben werden.
> wundert es nicht, dass es da ein mehrstuendiges Absinken unter
> 10% gibt.
Also mich hat das von Anfang an nicht gewundert.
> Ich muss mich aber korrigieren: die gesicherte Leistung der
> WEA ist laut dena-Netzstudie (S. 247) nur bei knapp 9%,
Nun ja, meine < 10% scheinen Sie dann doch zu bestaetigen. Aber wenn
ich darf, will ich ein bisschen zitieren:
"Einsparung konventioneller Kraftwerksleistung - Bei einer zugrunde
gelegten Versorgungssicherheit von 99 % beziffert die Studie den
Anteil der Windkraftleistung, der zur Deckung der Netz-Höchstlast
stets sicher zur Verfügung steht, 2003 auf 890 MW bis 1.250 MW und
2015 auf 1.820 MW bis 2.300 MW. Nur in diesem Ausmaß kann durch den
Ausbau der Windenergie auf eine konventionelle Kraftwerksleistung
verzichtet werden. Für 2015 entspricht dies einem Anteil von 6 % der
installierten Windkraftleistung (2003 etwa 8 %). Die gesicherte
Windkraftleistung nimmt somit mit dem Ausbau der Windenergie relativ
ab."
http://www.energie-fakten.de/pdf/dena-netzstudie.pdf, S. 4
> Wie gesagt, informiere Dich mal ein wenig im Bereich Energietechnik
> und Netzbetrieb, ist ein spannendes Thema.
Ich weiss. Meine Ausbildung im Bereich Energietechnik war zwar
urspruenglich nicht meine erste Wahl, aber sie laesst mich bis heute
nicht los (auch wenn es mich zu kleineren Leistungen gezogen hat). :-) > zeigt mir, dass alle dort auftretenden kleinraeumigen Abbrueche
> […]
> sehen so aus. Solche Starkwindabbrueche waren mit der WEA-
> […]
> koennen 12 Bft., also Orkane ab, ohne abzuschalten, kritisch
Ja, kleinraeumige Flauten und Stuerme sind bei WKAs kein grosses
Problem und waren das auch nie wirklich. Habe ich ja nie anders
gesagt.
> > Und wie begruenden Sie Ihre utopische “gesicherte Leistung”?
>
> Die heisst so in der Fachliteratur
Ich stellte nicht den Begriff in Frage, sondern Ihre Zahlen.
> Uebrigens sind 9%
> gesicherte Leistung bei einer fuer Onshore-WEA typischen
> Produktion von 15% der installierten Leistung immerhin
> zwei Drittel der Produktion als gesicherte Leistung.
Nun ja. Bei 99% Versorgungssicherheit und 6 bzw. 8 % nach meinem
Zitat (s.o.).
> So schlecht ist das fuer eine volatile Energieform nicht.
Kommt drauf an, was man unter “schlecht” versteht. Bei KKWs,
Kohlekraftwerken, Wasserkraftwerken, … waere das extremst schlecht.
Im Vergleich zu einem einzelnen Windpark oder PV ist das natuerlich
ganz gut.
> Und mit geeigneten Speichern kann man semikonstant Strom
> produzieren (auch wieder so ein boeser Fachbegriff, sorry).
Ja, da sind wir (immer noch) einer Meinung. Aber die Speicher kosten
halt wieder (Speicherverluste Betriebskosten Baukosten) und
verteuern den Strom aus WKAs (die die Speicher ja notwendig machten).
> Das koennen muehelos auch auf EE basierende Kraftwerke sein, wie
> Wasserkraftwerke oder auf Biogas gestuetzte GuD-Kraftwerke etc.
Die aber momentan bei weitem zu wenige sind.
Ob dass dann so “muehelos” ist, bezweifle ich jedoch. Immerhin ist
die Wasserkraft (nur Speicherkraftwerke) kaum mehr ausbaubar. Und
Biogas ist ebenfalls nicht so ueppig, dass damit ein Grossteil der
fehlenden Energie bereitgestellt werden koennte.
> Das Problem mag BWLer aus dem AKW- und Braunkohlekraftwerk
> schmerzen, was ich gut verstehe. AKW und Braunkohlekraftwerke
> sind miserable Lastfolger,
KKW sind fuer die Mittellast ganz gut. Die werden ja auch heute schon
dafuer verwendet.
> erheblich. Gas- und Wasserkraftwerke hingegen sind gute Last-
> folger.
Gas, ja. Laufkraftwerke gar nicht, da sind KKWs bedeutend besser.
Speicherkraftwerke sind hingegen wieder gut steuerbar.
Aber ich muss schon bemerken, dass das Problem beim Verteuern der
Energie aus Spitzenlastkraftwerken nicht vorrangig daher kommt, dass
die Kraftwerke gute oder schlechte Lastfolger waeren, sondern das
kommt hauptsaechlich von der Auslastung. Deswegen sind die
produzierten kWh von Spitzenlastkraftwerken (Speicherkraftwerke,
Gaskraftwerke) erheblich teurer als von Grundlastkraftwerken. Wuerde
man selbige Kraftwerke in der Grundlast betreiben, waere die
produzierte kWh bedeutend billiger.
Der Grund warum man gerade Gas- und Speicherkraftwerke im
Spitzenlastbereich betreibt liegt nur an deren schneller
Regelbarkeit. Und die ist (wie Sie ja schon mehrfach ausfuehrten) bei
der Windkraft gar nicht notwendig (das Wetter ist ja im
Stundenbereich gut vorhersagbar, weswegen typische
Spitzenlastkraftwerke zwar geeignet aber nicht notwendig waeren).
> Das Problem sind also nicht die WEA, sondern die
> falschen Kraftwerke.
Das Problem liegt nicht mal daran, dass man “falsche Kraftwerke”
haette. Das Problem liegt daran, dass man _mehr_ Spitzen- und
Mittellast zur Verfuegung stellen muesste.
> wievielen Anlagen, wie On- und Offshore verteilt? Dieses
> ungefaehre und unscharfe Gefasel mag unter Folienschwenkern
> und Pauerpeuntern beliebt sein. Wissenschaftler und Techniker
> widert das an.
Was ist Ihnen denn zu unscharf? Ich redete von <10%, Sie bestaetigten
9% und ich zitierte 6 bzw. 8 %.
Abgesehen davon schreiben nur Technik-Anfaenger alle Kommastellen vom
Taschenrechner ab, weil sie meinen, dass dann das Ergebnis dann
"genauer" waere. Echte Wissenschaftler und Techniker ueberlegen sich
vorher mit wie viel Fehler sie es zu tun haben und runden dann zu 99%
(Techniker) und 90% (Wissenschaftler) alles hinter der ersten
Kommastelle weg. :-) > genommen wurden. Man stelle sich eine viertelstuendige
> deutschlandweite Flaute vor:
Verstehen Sie kein deutsch, oder versuchen Sie mich absichtlich zu
veraeppeln?
Ich habe nie gesagt, dass in D Flauten eine Viertelstunde dauern
wuerden, oder dass der Wind plotzlisch eine Viertelstunde aussetzen
wuerde oder so.
Ich sagte (ich versuche es fuer Sie einfacher zu formulieren), dass
egal wie lange eine deutschlandweite Flaute dauert (ob 5 Minuten, 15
Minuten, 1 Stunde, 1 Tag, 10 Tage, 1 Monat, 1 Jahr oder 1000 Jahre -
in diesem Zusammenhang irrelevant) in dieser Zeit mit WKAs wenig
Strom produziert wird (< 10 %, meinetwegen 6, 8 oder 9 %) und damit
die fehlende Leistung durch Speicherkraftwerke (oder HGUe-Leitungen)
ersetzt werden muss. Und damit muss die (installierte) Leistung
dieser Speicherkraftwerke (oder HGUe-Leitungen) eine bestimmte
Groesse haben und die Kosten dieser installierten Leistung sind eben
hauptsaechlich von ebendieser abhaengig.

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3 Kommentare

  1. Stimmt (fast) - Scotty, Energie! (und CO2) | Energie Live Juni 9, 2008 @ 07:05

    […] wir mal an, der ganze Strom käme aus Kohlekraftwerken. > Mit einem Steinkohlen-Heizwert von 7,5-9 kWh/kg (Wikipedia), sagen > […]

  2. Energie - Wald statt Biosprit | Energie Live Juni 11, 2008 @ 03:05

    […] nur aus, um den Prozeß in Gang zu halten, sondern auch, um noch ein wenig Strom und Fernwärme als Überschuß zu produzieren. Der exakte Gesamtwirkungsgrad sowie das Verhältnis von Öl zu Gas ist jedoch von […]

  3. Nachhaltigkeit vs Raubbau - Energie aus dem Meer | Energie Live Juli 24, 2008 @ 20:03

    […] energienutzungen gilt mehr oder weniger je effktiver oder schonender desto aufwendiger. Man kann 100 […]

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