Regelenergie - Viel Wind um Energie
Juni 8, 2008
> > Sie reden von der “Regelenergie“, die fuer einen Ausfall von
> > Kraftwerken/Leitungen/… zur Verfuegung stehen muss. Die bleibt
> > natuerlich mit oder ohne Windkraft gleich. Wobei sich dieses
>
> Ach ja? Und warum hat die Atomlobby jahrelang das Gegenteil
> behauptet?
Hat “die Atomlobby” gar nicht. Sie haben nur nicht verstanden, was
Wissenschaftler, Techniker und KKW-Betreiber zu dem Thema sagten.
> Und warum schreibst Du wohldefinierte energietech-
> nische Fachbegriffe in Anfuehrungszeichen?
Weil Regelenergie etwas allgemeiner ist als das was Sie unter
“Regelenergie” verstehen. Diese ist naemlich nicht nur dafuer
verantwortlich Kraftwerksausfaelle aufzufangen, sondern auch
generelle Schwankungen auszugleichen.
> > Ich rede hingegen von der Energie, die aufgebracht werden muss, wenn
> > Flaute herrscht.
>
> Du faselst da ziemlich inkompetent rum ohne Beleg.
Kein Problem:
“Dies kann sowohl von der Seite der Leistungserbringer verursacht
sein (z.B. durch Flaute bei Windenergieanlagen oder durch Störfälle
bei konventionellen Großkraftwerken)”
http://de.wikipedia.org/wiki/Regelenergie
Hmmm… nachdem ich Belege habe, scheint es ja fast so zu sein, dass
nicht ich der bin, der “inkompetent rumfaselt”.
Aber Sie duerfen gerne auch einen Beleg vorbringen, der zeigen
wuerde, dass ich “rumfasle”, ansonsten halten Sie sich lieber etwas
zurueck.
> > > Es geht nicht darum, auf ein bestimmtes Kraftwerk zu zeigen.
>
> > Ach? Und warum fordern Sie genau das von den EEn-Kritikern?
>
> Fordert ja keiner.
Doch, Sie behaupteten, dass genau das die Windenergiebetreiber
fordern wuerden. Soll ich Sie zitieren? Ja? Aber gerne doch:
“Die Windenergiewirtschaft hat die Netzbetreiber wiederholt
aufgefordert, auch nur ein (1) Kraftwerk zu benennen, das wegen der
Anforderungen der Windenergie
an Frequenz- und Spannungshaltung neu eingerichtet werden musste. Das
Schweigen donnert bis hierher.”
3. März 2006 20:02 Die Luege von den “Ersatzkraftwerken” aquadraht
Tja …
> Aber es ist gegen EE gehetzt worden, dass
> der Regelenergiebedarf steige. Also bitte belegen.
Mit welchem Beleg sind Sie denn zufrieden zu stellen? Wikipedia
belegt es und Sie selber haben schon Flauten zugegeben, die durch
andere Kraftwerke (Speicher/HGUe) ausgeregelt werden muessen -
glauben Sie sich selber nicht?
> > Und die heutigen WKAs erzeugen auch ohne Wind Energie? Oder wie?
>
> Sie halten Windstaerken aus, die auf der Beaufortskala drei
> Groessenordnungen hoeher liegen.
Lenken Sie nicht vom Thema ab. Ich rede nicht von starken Winden,
sondern von Flauten. Und dass es Flauten gibt, das haben Sie ja schon
zugegeben. Und jetzt will ich wissen, wie eine WKA-Anlage trotz
Flaute Energie liefern koennen soll.
> Und auf Grund besserer
> Regelungen und Aerodynamik setzen sie in der Windkraftnutzung
> eine Groessenordnung niedriger ein.
Das mag sein. Deswegen kann man aber auch nicht mehr Energie aus dem
Wind herausholen als dort drinnen ist. Und leider gibt es ein
physikalisches Gesetz, dass sagt, dass die Leistung eines WKA mit der
dritten Potenz der Windgeschwindigkeit zusammen haengt. Fuer
Nicht-Mathematiker: Sinkt die Nennwindstaerke einer WKA auf die
Haelfte, dann sinkt die Leistungsabgabe der WKA auf 12.5 %. Sinkt die
Nennwindstaerke auf ein Drittel, so sinkt die Leistung auf unter 3 %.
Sie wollen einen Beleg? Aber gerne doch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Windenergie#Physik_der_Windenergie
Oder kann man mit “besseren Regelungen und Aerodynamik” mittlerweilen
schon die Naturgesetze ausser Kraft setzen?
> Die Generatoren haben
> ihren Wirkungsgrad mehr als verdoppelt.
Die Generatoren in WKA? Die lagen schon vor Jahrzehnten ueber 90 %.
Und ich denke nicht, dass die inzwischen auf ueber 100% liegen.
Aber vielleicht meinen Sie ja den Nutzungsgrad von WKA? Schon
schwierig diese vielen technischen Begriffe, stimmt’s?
> Ja. Der Regelbereich der Eon ist recht begrenzt.
Jaja, geht ja “nur” quer durch D.
> > http://www.energie-fakten.de/pdf/dena-netzstudie.pdf, S. 4
>
> Naja, mal wieder energie-fuck-ten. Die Behauptung in der dena-
> Netzstudie, die gesicherte Leistung werde durch die Offshore-
> Windenergie abnehmen, scheint mir auch recht dubios.
Ach? Duerfen nur Sie auf die Dena-Studie verweisen? Oder sind nur die
Teile der Studie richtig, die Sie fuer richtig halten?
Aber ich kann Ihnen auch erklaeren, warum die gesicherte Leistung
(relativ) abnimmt. Das liegt ganz einfach daran, dass eine
zukuenftige Konzentration von WKAs an einem sehr eingeschraenkten Ort
(Off-shore) im Schnitt anfaelliger fuer Windflauten wuerden.
> Aber ich
> verstehe schon, warum Du Dich daran festklammerst.
Bloed, wenn Sie zuerst auf eine Studie verweisen, die sich dann gegen
Sie richtet.
> Tatsaechlich kann bei Offshore-WEA nach den FINO-Messungen mit
> einer Jahresvollastleistung >50% fuer die einzelne WEA gerechnet
> werden (4500 Vollaststunden).
Das widerspraeche einem Sinken der gesicherten Leistung nicht.
> Die gesicherte Energie duerfte
> entsprechend eher in den 20%-Bereich steigen.
Warum das? Weil Sie das gerne so haetten? Beleg haben Sie keinen?
Nein? :-))
> > Nun ja. Bei 99% Versorgungssicherheit und 6 bzw. 8 % nach meinem
> > Zitat (s.o.).
>
> Nunja, “Dein Zitat” aus energie-fuck-ten.
Nunja. Wenigstens bin ich nicht ordinaer und habe was zu zitieren.
> In der Dena-Netzstudie
> steht das etwas anders und wird auch anders begruendet.
D.h. Sie haben es anders gelesen/verstanden. Und ein Link/Zitat ist
natuerlich nicht verfuegbar, oder? Am besten Sie beschimpfen mich
wieder, vielleicht faellt es dann nicht auf, dass Sie schon wieder
nichts belegen koennen.
> > Kommt drauf an, was man unter “schlecht” versteht. Bei KKWs,
> > Kohlekraftwerken, Wasserkraftwerken, … waere das extremst schlecht.
>
> Dafuer verbrauchen die Kraftstoff und zerstoeren die Umwelt
> und produzieren CO2, ausser Wasserkraftwerken, natuerlich.
Ok, ich werte den schnellen Themenwechsel als Zustimmung.
Und WKAs, PVAs, … werden natuerlich aus Luft und Liebe gebaut und
brauchen damit weder Rohstoffe noch Platz. Eine typische Luftnummer
eben. :-))
> Und “fuer eine volatile Energieform” hat Dich wohl ueberfordert.
Nein, ich weiss schon, dass mit “fuer” eigentlich “für” gemeint war.
Ich schreibe ja auch lieber “ue”.
> Die Speicher kosten dann nicht viel, wenn nachts ueber den
> Schwachlastbedarf produzierende Kraftwerke wie AKW und Braun-
> kohlekraftwerke sie nicht monopolisieren. Dann kann man die
> bestehenden Speicher nutzen.
Nur weil die wer anderes benutzt, werden die nicht billiger. Bei KKW
und Kohlekraftwerke funktioniert das ja auch nur, weil die billig
produzieren und damit die Speicher eine entsprechende Gewinnspanne
haben.
Abgesehen davon werden die bestehenden Speicher wohl nicht reichen,
wenn WKAs mal einen nennenswerten Beitrag zur Stromversorgung liefern
sollen.
> Ansonsten verteuern Speicher den Windstrom oder jeden anderen
> Strom um 20-50% je nach Leistungsfaehigkeit der Speicher.
Nur wenn die Speicher nichts kosten wuerden. Tun die aber nicht.
> Wieviel das den Strom verteuert, haengt von der erforderlichen
> Speicherkapazitaet, bezogen auf Produktion und Zeit, ab.
Noe. Haengt von der Auslastung, dem Wirkungsgrad, den
Leitungsverlusten, den Baukosten und den laufenden Kosten ab.
> Mittellast ist ein Euphemismus fuer schlechte Lastfolger.
Ja. Aber es reicht fuer Windkraft. Schliesslich haben Sie ja schon
mehrfach und sehr ausfuehrlich dargelegt, dass das Wetter gut
vorhersagbar ist.
> > die Kraftwerke gute oder schlechte Lastfolger waeren, sondern das
> > kommt hauptsaechlich von der Auslastung.
>
> Das ist so einfach falsch. Es ist klar, dass dargebotsgesteuerte
> Kraftwerke, wenn sie zum Rueckgrat der Energiewirtschaft werden
> sollen, Lastfolger zur Substitution von Dargebotsausfaellen
> brauchen und Speicher fuer Dargebotsueberschuesse in
> Schwachlastzeiten.
Die Begruendung passt aber nicht zum “einfach falsch”.
> > haette. Das Problem liegt daran, dass man _mehr_ Spitzen- und
> > Mittellast zur Verfuegung stellen muesste.
>
> Falsch. Man braucht gute Lastfolger.
Ach so? Ist der Wind ploetzlich nicht mehr vorhersehbar? Wollten Sie
mir nicht noch vor kurzem weismachen, dass man den Wind sogar ueber
Tage fast exakt vorhersagen koennte?
> Die gibt es bereits.
> Nur sind das keine AKW oder Braunkohlekraftwerke mit ihrem
> starren Lastprofil.
Nun ja. Die sind (nicht alle natuerlich) durchaus fuer die Mittellast
geeignet, bzw. dafuer ausgelegt. Und wie Sie schon richtig bemerkten,
muessen solche Mittellastkraftwerke keine sonderlich guten Lastfolger
sein.
> > Abgesehen davon schreiben nur Technik-Anfaenger alle Kommastellen vom
> > Taschenrechner ab, weil sie meinen, dass dann das Ergebnis dann
>
> Sagt der BWLer.
Haha, da habe ich Sie wohl ertappt. :-))
> Es gibt Flauten von wenigen Minuten bis zu wenigen Stunden.
> Diese Flauten sind aber definitionsgemaess kleinraeumig.
“definitionsgemaess”? Wie lautet denn Ihrer Meinung nach die
Definition von Flaute?
> Grossraeumige Flauten muessen aus physikalischen Gruenden
> laenger als Stunden (Minuten ohnehin) dauern.
Ohne Ihnen zustimmen zu wollen: Egal wie lange sie dauern, die
Stromproduktion sinkt in dem Gebiet auf einen Bruchteil.
> grossraeumige Flaute in Mitteleuropa ist notwendig begleitet
> von grossraeumigen Starkwindgebieten (Tiefdruckgebieten und
> wandernden Guerteln von Hoch- und Tiefdruckgebieten) in
> Nord- und Suedeuropa. So funktioniert das Klima.
Grossraeumige Flaute in Mitteleuropa bleibt eine grossflaechige
Flaute in Mitteleuropa. Und ja, HGUe-Leitungen koennen das
ausgleichen, sind aber wie WKA, PVA und Speicherkraftwerke nicht
gratis zu haben.
Abgelegt unter: Allgemein |