Schlechte Programmierung - Der Energie-Ausstieg
Juli 2, 2008
energie edv-technisch bin ich nicht soooo bewandert wobei ich im groben
> schon kapiere um was es geht… ich moechte also hier nicht so auf
> die technische ebene abheben sondern nur subjektiv meine meinung dazu
> abgeben: also auf dem (office) pc hat sich garnichts verbessert:
> startzeiten mit alten prozessoren und alten betriebssystemen schlagen
> die absolut ueberfetten systeme von heute!
Wenn ich ein Softwaresystem aus ein paar hundertausend Zeilen Code
habe kann man es sich vielleicht noch leisten mit einer Art
“Spaghetticode” rumzuhacken. Es ist zwar schwierig, geht aber.
Zumindest solange im wesentlichen das urspruengliche
Programmiererteam bestehen bleibt, die Leute wissen ja dann was wo im
Code zu finden ist. In solchen Codebasen kann man durchaus auch
“Optimierungen” anbringen. OK, der Code wird dadurch vielleicht etwas
unuebersichtlicher aber was solls: Das gesamte Projekt ist eh
gewachsen, da blickt jemand von aussen eh nicht mehr durch.
Wenn man ein Projekt mit etlichen Millionen Zeilen Code hat muss man
schon wesentlich strukturierter und disziplinierter arbeiten um den
Code ueberhaupt spaeter noch warten zu koennen. Da spiele dann
groessere Programmiererteams mit wo eventuell einer den anderen gar
nicht persoenlich kennt, da werden Aufgaben wesentlich praeziser
aufgeteilt. Selbstverstaendlich kann man in einer solchen Umgebung
nicht mehr einfach so draufloshacken nur weil das ganze vielleicht
jetzt doch ein bisschen schneller oder speicherschonender waere.
Das ist ja gerade eins der grossen Probleme in der Softwaretechnik:
Wie arbeitet man an so grossen Projekten und vor allem wie wartet man
diese Codebasis? Deswegen wird ja ueberall an automatisierten
Systemen gearbeitet um zumindest die groebsten Fehler aufzuspueren.
> ausserdem hat dein
> vorposter recht wenn er von furchtbar schlechter software redet! als
> alles noch ‘beschraenkter’ war programmierten die leute auch einfach
> besser! lange nicht so aufwaendig und so fett!
Dafuer aber auch sehr schlecht zu warten. Wie lange hast du auf
updates fuer ein Programm gewartet, wie oft werden heute updates
nachgeschoben? Damals waren eben auch die Ansprueche der User andere:
Wenn ein Fehler auftrat war eben klar dass es vom Hersteller her
vermutlich keine Abhilfe gab, also hat man eben versucht mit dem
Fehler klarzukommen. Heute wird einfach (zu Recht!) erwartet dass ein
solches System funktioniert, und das trotz groesserem
Funktionsumfang.
> im grossen und ganzen
> geht es -meiner meinung nach- bei der IT eben nicht um ‘technischen
> fortschritt’ sondern schlicht und ergreifend um profit und den hat es
> noch nie geschert was fuer auswikrkungen er hat…
In der IT gings noch immer um Profit. Das war vor 30 Jahren genauso
wie heute auch. Man erkennt uebrigens immer an einer speziellen
Nische wenn sie zur Massenanwendung wird: Dann werden ploetzlich
massenhaft Firmen uebernommen, der Markt konzentriert sich, die
Softwaren werden fetter, aber auch featurereicher.
> bezeichnend finde
> ich auch dass niemand auf den ‘digitalen graben’ eingeht: das ist ja
> inzwischen usus das sich keiner der warmduscher hier sich fuer die
> probleme von menschen nachdenkt die nicht im fetten
> wirtschaftswunderland leben sondern einer von denen ist die die ganze
> zeit nur bestohlen und betrogen werden!
Du wirst es nicht glauben, aber auch hier gibt es Warmduscher die
sich ueber so etwas Gedanken machen. Aber ein Hauptproblem dort
besteht in der Energieversorgung und in der Umgebung: Ohne Strom
funktioniert nunmal ein Computer nicht und in einer (z.b.) sehr
staubigen Umgebung werden auch bei uns Computer sehr schnell
kaputtgehen. Auch tropische Bedinungen moegen Computer nicht
sonderlich gerne (als Beispiel sei hier nur der Pilzbefall von CDs
und DVDs angefuehrt). Die Abkopplung vom technischen Fortschritt ist
nicht ausschliesslich am Silizium festzumachen, man kann auch heute
schon Computer fuer 150EUR (Endkundenpreis!) zusammenbauen, auf denen
ein Linux laeuft und mit denen man im wesentlichen die Anforderungen
des taeglichen “surfens” erschlagen kann.
> alles ist ja immer soooo
> normal dass sich hier das zeug stapelt waerend anderen nicht mal
> bleistift und papier haben! technische einzelheiten in huelle und
> fuelle politisch menschlich fast nichts mehr… ich finde dass der
> vorposter genau die richtige aussage hatte: dieser ganze aufwand
> dieses riesige verbraten von ressourcen fuer diesen IT markt ist ein
> zu aufwaendiger und sinnloser affentanz ums goldene kalb! auch wenn
> amd jezze technisch so dolle forscht und ‘loesungen’ sucht! mal
> wieder das alte lied: in zukunft wird alles besser! ich weiss schon:
> die technische innovation! innovation! und wo war die in der
> vergangenheit? warum lief es denn da so ‘uninnovativ’?!
Es lief nicht uninnovativ, es lief genau dahin wo wir heute stehen:-/
Wenn aber Computer unter gewissen Arbeitsumgebungen Schwierigkeiten
haben (und das Problem tritt hier bei uns genauso auf, nur kann man
in den gemaessigten Zonen einfacher drauf reagieren) dann liegt das
Problem nicht alleine in der uninnovativen Entwicklung sondern ist
vielleicht auch technisch bedingt. Sollen Europa oder Nordamerika auf
Computer verzichten nur weil sich in den Tropen Kondenswasser aus der
Luft zwischen CPU und Kuehlkoerper drueckt und damit die Kuehlung
nicht mehr funktioniert? Soll in Gebieten mit einer
Jahresdurchschnittstemperatur von knapp 20 Grad die Rechenleistung
der Computer so dimensioniert werden dass sie auch bei einem
Durchschnitt von 40 Grad (und damit Spitzenwerten von jenseits der 50
Grad) noch funktionieren? Ganz nebenbei: Wenn man das so machen will
braeuchte man vermutlich Wasserkuehlungen (mit welchem Wasser?) weil
man mit Luftkuehlungen die Temperatur nur schwer unter die
Lufttemperatur bringen kann. Und bei einer Umgebungstemperatur von
ueber 50 Grad kommt man schon sehr nahe an die zulaessige
Hoechsttemperatur heute gaengiger Prozessoren.
MfG
Menarfin
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