Teure Sache - Viel Wind um Energie
August 13, 2008
> Die Windenergiewirtschaft hat die Netzbetreiber
> wiederholt aufgefordert, auch nur ein (1) Kraftwerk
> zu benennen, das wegen der Anforderungen der Windenergie
> an Frequenz- und Spannungshaltung neu eingerichtet werden
> musste. Das Schweigen donnert bis hierher.
Polemik oder Unwissen? Diese Forderung ist unsinnig, genauso wie es
unsinnig waere von den WKA-Betreibern das eine (1) Kraftwerk zu
benennen, das durch WKAs eingespart wurde. Strom (einmal ins Netz
eingespeist) kann naemlich keinem Erzeuger mehr zugeordnet werden und
damit ist es praktisch nicht moeglich solche Zuordnungen zu treffen.
> Tatsaechlich ist in Regelbereichen mit hohem WEA-Anteil der
> Anteil der Regelenergie sogar niedriger als in solchen mit
Nochmal: Die Vorhersagbarkeit von Wind ist nicht das Problem der
Windenergie. Das behaupten lediglich Sie, um dann gleich zu
argumentieren, dass das ja gar nicht stimme und die EEn-Kritiker mit
einer solchen Behauptung (die diese gar nicht gemacht haben) falsch
laegen.
> Das bedeutet, dass man immer weiss, wieviel Windstrom
> verfuegbar ist. Uebrigens betrug beispielsweise 2003 die
> gesamte verfuegbare Leistung der deutschen Kraftwerke
> 112 GW, wobei die hoechste abgenommene Last 67 GW betrug.
Was sich dadurch erklaert, dass ein Teil der Kraftwerke sich in
Wartungintervallen befinden, einige gerade nicht die max. Leistung
bringen koennen, Sicherheiten, …
> Wenn man 2006 von 18,5 GW installierter WEA-Leistung, was
> gut 3 GW Bruttoproduktion und ca. 2 GW gesicherter Leistung
> entspricht, ausgeht,
Ach? Und wie kommen Sie darauf, dass man so einfach davon ausgehen
kann? Vielleicht koennen Sie mir diese “gesicherte Leistung” ja
anhand der folgenden Grafik erlaeutern …
http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Windstromeinspeisung.PNG
… die die Erzeugungsschwankungen von WKA im E-ON Gebiet zeigt, das
folgende Flaeche umfasst …
http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Regelzonen_deutscher_Übertragungsne
tzbetreiber.jpg
… und doch glatt den Eindruck erweckt, dass Deutschland fuer eine
“gesicherte Leistung” von >10% der installierten Leistung wohl um
einiges zu klein ist (und auch das Windflauten ueber D gar kein so
seltenes Ereignis zu sein scheinen).
> wuerde die utopische Vorstellung
> von naturwissenschaftlichen Analphabeten wie rams, die
> boese Flaute lasse alles zusammenbrechen,
Ich kann meine “utopischen Vorstellungen” durchaus belegen (s.o.).
Und wie begruenden Sie Ihre utopische “gesicherte Leistung”?
> das Netz mit
> seinen ueber 110 GW potentieller Leistung nicht kratzen.
Ganz meine Argumentationslinie. Ich stimme Ihnen voellig zu, dass
andere Kraftwerke die Schwankungen der Windkraft ausgleichen muessen.
Das Problem dabei ist aber, dass eine schwaechere Auslastung (durch
den Ausgleich von WKA-Leistungsschwankungen) von konventionellen
Kraftwerken deren Stromerzeugungskosten erhoehen.
> im Jahresschnitt und 8-10 GW gesichert, wuerde das voellige
> Wegbrechen alles Windstroms in der rams-schen Flaute,
“voelliges Wegbrechen” habe ich nie behauptet. Ich habe lediglich
gesagt (und belegt), dass ein Einbruch auf < 10 % deutschlandweit
durchaus keine besondere Sache ist.
> die
> viertelstundenweise
Habe ich nie behauptet. Ich habe gesagt, dass auch ein
viertelstuendige Flaute kaum weniger Kosten/zusaetzliche
Kraftwerksleistung erfordern wuerde, als wenn die Flaute laenger
dauern wuerde. Und ich habe das auch entsprechend begruendet (und Sie
bisher nicht mal widersprochen, geschweige denn gesagt, warum das
nicht stimmen sollte).
> ganz Mitteleuropa befallen soll, das
> Netz nicht beeintraechtigen.
Natuerlich nicht. Immerhin fangen das ja konventionelle Kraftwerke
(u.a. KKWs) derzeit noch gut auf.
> Das Problem der Windenergie ist ein anderes, und deshalb
> sind Speicher wichtig. Wenn die WEA eine installierte
> Leistung haben, die fast in den Bereich der deutschen
> Jahreshoechstlast (die wird meist irgendwann im November
> erreicht) kommt, ist absehbar, dass mehrmals im Jahr in
> Starkwindsituationen waehrend Schwachlastzeiten die WEA
> mehr Strom produzieren, als ueberhaupt gebraucht wird.
Ja. Das erwaehnte ich ja auch schon.
> In dem Falle ist die Abnahmegarantie des EEG natuerlich
> nicht mehr haltbar, weil dann die EVU alle anderen
> Kraftwerke herunterfahren muessten, was technisch schlicht
> nicht machbar ist und auch nicht wuenschenswert und das
> eventuell nicht einmal reichte.
Jep.
> Das ist das wirkliche Problem mit dem Windstrom und der
> Grund, warum man Speicher irgendeiner Art braucht.
Das ist _ein_ Grund warum man Speicher braucht. Aber egal, warum Sie
meinen, dass man Speicher (oder europaweite HGUe-Leitungen)
braeuchte. Sobald man Speicher bauen muss, erledigen sich sowieso
beide Probleme auf einen Schlag und verursachen die von mir
erwaehnten Kosten.
> Das
> Problem ist nicht unloesbar. Es ist aber eine technische
> und logistische Herausforderung.
Ja, und aufgrund dieses Aufwands eine teure Sache.
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