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Wissen und Ignoranz - Viel Wind um Energie

September 28, 2008

>..
> > Das trifft nicht zu. Die gegenwaertigen Onshore-WEA in der
> > BRD operieren in einem Kostenrahmen von 6,5-7,5 Cent/KWh.
> Nun ja, da habe ich selbst auf windenergiefreundlichen Seiten höhere
> Kosten gesehen /- 8 Cent/KWh. Und die garantierte Mindestvergütung
> beträgt 9,1 Cent/KWh.
Du verwechselst Produktionskosten und Verguetung. Die Verguetung
ist keine “Mindestverguetung”, sondern eine Hoechstverguetung,
die ueber die Jahre gemaess dem EEG einer Degression unterliegt.
Sie gilt nur noch fuer Offshoreanlagen, bei Onshoreanlagen ist
sie niedriger. Aus der Differenz zwischen den Kosten und den
Verguetungen erzielen die WEA-Betreiber ihre Erloese.
Verglichen mit den 19-20 Cent, die der Privatkunde fuer die
Kilowattstunde bezahlt, ist das nicht die Menge.
> > Die Kosten neugebauter AKW werden mit 5-6 Cent/KWh kalkuliert.
> > Externe Kosten sind da nicht drin.
> Externe Kosten der WEA-Anlagen (Speicher, Regelenergie) sind bei
> Windenergie auch nicht drin.
Speicher sind keine externen Kosten der Windenergie. Derzeit werden
die existierenden Speicherwerke so gut wie ausschliesslich von
Kohlekraftwerken und AKW in Beschlag genommen. Vor allem die AKW
laden dort ihre naechtliche Ueberproduktion ab. Die Regelenergie
ist Teil des Netzbetriebs, fuer den die vier Flaechenmonopolisten
den unabhaengigen Erzeugern, egal ob erneuerbare Energien oder
andere, saftige drei bis vier Cent je KWh abknoepfen, eine nach
verbreiteter Meinung weit ueberzogene Gebuehr. Wie mehrfach
erwaehnt, ist die Kapazitaet der Regelreserve durch den Ausbau
der Windenergie gerade nicht gestiegen, sie liegt in den
Regelbereichen mit ueberwiegend Windstrom sogar deutlich
niedriger als in denen mit ueberwiegend Kohle- und Atomstrom.
Ausserdem sind die externen Kosten der fossilen Energien unter
anderem die CO2-Emissionen und andere Schadstoffe, das Risiko
von Unfaellen mit grossflaechigen Kontaminationen, die z.B.
bei AKW praktisch unversichert sind, die Umweltfolgen des
Bergbaus von Kohle, Uran, Oel und Gas und dergleichen. Bei
der Windenergie gibt es keine vergleichbaren Kosten. Nach
Modellrechnungen ist gerade Windstrom unter Beruecksichtigung
dieser ueberwiegend von der Gesellschaft getragenen Kosten
heute schon die billigste Energieform, dazu eine, die ziemlich
garantiert nicht teurer wird und nicht ausgeht(was fuer die
erneuerbaren Energien allgemein gilt).
> > WEA sind heute schon konkurrenzfaehig, wenn man die
> > externen Kosten, die AKW und fossile Kraftwerke abwaelzen,
> > beruecksichtigt.
> Die müsste man auch bei WEA erst mal berücksichtigen.
Das tut man ja.
> > Dabei werden WEA immer billiger.
> Wenn man betrachtet, daß die “guten”, windgünstigen Standorte schon
> alle “belegt” sind, würde ich das bezwiefeln.
Du magst das “bezwiefeln”. Die Wissenschaftler, Techniker und
Industriellen, die etwas davon verstehen, tun es nicht. Auch
wenn in der BRD (die nicht der Nabel der Welt ist), ein
grosser Teil der geeigneten Standorte _an Land_ in der Tat
genutzt werden, bleibt da noch die Kapazitaet des Repowering.
Derzeit liegt die installierte Durchschnittsleistung pro
Anlage bei rund 1 MW, state of the art bei Neuinstallationen
sind derzeit 2-5 MW je Anlage. Neue Anlagen sind wirtschaft-
licher. Letztes Jahr hat Siemens einen Generator vorgestellt,
der bei gleicher Rotorleistung fast ein Drittel mehr leistet
und den technischen Maxima auf wenige Prozentpunkte nahekommt.
Auch die Materialien werden optimiert und mehr noch die
Steuerung und Regelung.
Hinzu kommt die Offshore-Windenergieerzeugung, die derzeit noch
in den Anfaengen steckt, aber ein erheblich hoeheres energetisches
Potenzial (>30% Vollaststunden bezogen auf die installierte
Leistung) auf groesserer Flaeche hat.
> > Dagegen
> > werden Uran und Erdoel/Erdgas immer teurer.
> Stimmt. Und wenn sie teurer werden als Wind, DANN kommt die
> Windenergie von selbst. Also ist ein Energieeinspeisegesetz VÖLLIG
> überflüssig?
Eben nicht. Wie erwaehnt, liegen die Kosten fossiler Energien
unter Beruecksichtigung der externen Kosten auf jeden Fall ueber
denen der Windenergie, die zudem eine heimische Energie ist
und den Bedarf, zu importieren oder andere Laender zu ueberfallen,
verringert. Meiner (und nicht nur meiner) Meinung nach ist auch
die Kernenergie, auf jeden Fall bei Neubauten, teurer als die
Windenergie, was sich auch in Finnland zeigt, wo sich Cogema
Einspeisepreise hat garantieren lassen, die ueber denen des
Windstroms bei uns liegen (und nicht sinken werden).
Das Problem der anderen Energien ist, dass die externen Kosten
von der Gesellschaft bezahlt werden. Da ist der Wettbewerb fuer
erneuerbare Energien verzerrt, weshalb das EEG auch sinnvoll ist.
..
> > > Nein. Niemand kann die Zukunft voraussehen. Niemand kann sagen, wie
> > > sich der Energiemarkt entwickelt, wann das Öl etc. wirklich knapp
> > > wird.
> > Du faselst.
> Nein. Ich zweifle lediglich zu Recht die Zuverlässigkeit von
> Prognosen an.
Ach ja? Doch nur, weil sie Deiner Argumentation nicht in den Kram
passen. Glaubst Du im Ernst, fossile Energien wie Oel und Gas
wuerden im Preis wieder sinken, etwa auf das Niveau der siebziger
Jahre?
> > Natuerlich kann man auf der Grundlage der derzeit
> > bekannten Daten die Entwicklung des Oelmarkts prognostizieren.
> Prognosen??? Sind dir vieleicht noch die “Prognosen” des Club of Rome
> - “Die Grenzen des Wachstums” in Erinnerung? Da wurde 1973
> prognostiziert, das Öl und viele andere Rohstoffe heute eigentlich
> schon längst nicht mehr verfügbar sein dürften … .
Offensichtlich hast Du das Buch nicht gelesen, sondern nur die
Prollereien dagegen. Dort wurden ueberhaupt keine Prognosen
abgegeben, sondern Szenarien entwickelt. Und die sagten in
der unguenstigsten Version den “overshoot and collaps” fuer
2030 voraus. Deine Behauptung ist offenkundig falsch.
> Und, klar, London ist ja längst im Pferdemist erstickt, soviel zu
> längerfristigen Prognosen … das sind Fortschreibungen, Denkmodelle,
> bessere Vermutungen, mehr nicht.
Du betreibst eine beachtliche Realitaetsverleugnung. Weder der
Klimawandel noch der Anstieg der Oelpreise sind “bessere
Vermutungen”. Es ist jedenfalls fahrlaessig und unwissenschaftlich,
auf Prognosen zu verzichten, weil Prognosen nicht hundert-
prozentig sicher sind. Und Kritik an Prognosen, die mehr
als Bildlesergeprolle ist, muss sich auf die bekannten
Daten und Fakten beziehen, nicht auf Zweck- und Hurraoptimismus.
> > Sicher gibt es Prognoseunsicherheiten. Mein Tip ist, dass die
> > angegebenen Reserven ueberschaetzt sind. Wie etliche, bei denen
> > es zur Verifikation kam.
> Mein Tip ist, schau dir mal die o.g. “Prognosen” des Club of Rome an.
Das waren Szenarien, und die sind keineswegs gescheitert.
Lies Dir doch die Buecher einfach mal durch, auch die
Fortschreibungen von 1992 und 2002.
> > > > Weil die Preisbestimmer die Umweltschäden NICHT in den Energiepreis
> > > > reinrechnen, welche die globale Erwärmung verursacht.
> > > Schlicht nicht kalkulierbar, vielleicht nicht mal zu berücksichtigen.
> > > Es gibt eine globale Erwärmung, unbestritten. Nur, sowas gab es schon
> > > immmer auf der Erde,
> > Nun faselst Du und verbreitest unwissenschaftlichen Dreck.
> Ich stelle Fragen. Nichts weiter. Deine heftige Reaktion deutet eher
> darauf hin, daß du Sicherheiten und einfache, endgültige Antworten
> brauchst und suchst. Doch die gibt es bei der Klimaforschung
> schlichtweg (bisher) nicht. Das wird dir auch jeder ernsthafte
> Wissenschaftler sagen.
Du hast von der Klimaforschung offenbar auch keinen blassen
Schimmer. Du stellst auch keine Fragen, sondern bastelst Dir
eine Welt zurecht, in der Probleme, auf die Du keine Antwort
weisst oder die Antworten nicht hoeren willst, nicht existieren.
> > Bitte www.realclimate.org lesen. Dann wiederkommen. Das
> > sind Wissenschaftler.
> Eine einzelne Quelle, auch eine wissenschaftliche, kann zu diesem
> Thema nur wenig relevant sein.
Das ist mehr als “eine einzelne Quelle”. Da findest Du Referenzen
auf den derzeitigen Stand der Wissenschaften in der Klimaforschung.
Das ist in der Tat relevant. Die dort und in den Veroeffentlichungen
des IPCC diskutierten Modelle und Messergebnisse sind es, die man
kennen muss, bevor man Unsinn schwafelt wie den, eine Erwaermung
und die uebrigen klimatischen Prozesse der letzten 150 Jahre
“habe es immer gegeben”.
> Denn sowohl das wirkliche Ausmaß der Erderwärmung als auch der
> menschliche Anteil daran ist auch unter seriösen Wissenschaftlern!
> bis heute umstritten. Bzw. gibt es hier einfach noch keine
> “endgültigen” Erkenntnisse und Antworten. Dazu ist das Gebiet
> Erdklima einfach zu komplex.
Es gibt in den Wissenschaften nie “endgueltige Ergebnisse”, Du bist
aber mit Deinen Behauptungen von Tatsachen voellig unbeleckt.
> Echte Wissenschaftler und wissenschlich denkende Menschen wissen
> eines: Das man über viele wissenschaftliche Gebiete und Bereiche
> keine eindeutige und endgültige Aussage treffen kann, schon gar nicht
> in greifbaren Zahlen, am besten noch auf die Stellen hinter dem Komma
> - jedenfalls bis heute nicht.
Das sind billige Allgemeinplaetze, hinter denen Du Dein Wunschdenken
versteckst. Tatsaechlich wehrst Du so unbequeme Fakten ab, die Deine
Traumwelt in Frage stellen.
Alle serioesen Wissenschaftler, Techniker und Politiker sind sich
einig, dass der CO2-Ausstoss verringert werden muss, und dass fuer
fossile Energietraeger Ersatz gefunden werden muss. Und die
Abschaetzung und Bilanzierung der oekologischen Folgen von
Technikeinsatz ist eine wissenschaftliche Disziplin. Dagegen
kommt man mit billigen Phrasen wie “keiner kennt die Zukunft”
oder “man kann nicht aufs Komma ausrechnen” nicht an.
a^2

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