Energieverschwendung
Juli 8, 2009
Was Supercomputer an Bauteilen, Ressourcen und Energie verbrauchen
ist ein Witz gegenueber dem Bedarf fuer Personalcomputer - Home and
Office. Jedes Rechenzentrum haette sich von 10 Jahren die Finger
geleckt nach der Rechenpower, die heute in einem Wohnblock steht.
Wer setzt die Rechenleistung sinnvoller ein? Mit dem Aufwand, der
heute fuer Virenscanner im Hintergrund verbraten wird koennte man das
Klima des ganzen Sonnensystems simulieren.
Moore’s Law behauptet eine Erhoehung der Packungsdichte integrierter
Schaltung. Damit geht einher eine Erhoehung der Leistungsdichte.
Das Gesetz kann man auch verstehen als: Halbierung des
Energieaufwands fuer die Rechenleistung alle 1,8 Jahre. Aber
stattdessen fordern wir: Verdopplung der Rechenleistung alle 1,8
Jahre.
Die ‘alternative Formulierung’ wuerde auch zu sinkenden Kosten und
Preisen (dazwischen ziehe ich explizit einen Unterscied) der
Rechenhardware fuehren. Jede Drittweltbauersfrau koennte sich also
irgendwann vom selbstverdienten Geld ihren Personalcomputer kaufen.
Reflexartig werden sinkende Preise mit sinkendem Umsatz gleichgesetzt
(das kann sogar stimmen).
DAS geht natuerlich nicht. Wir akzeptieren, dass der
Standard-Personalcomputer seit Jahren etwa 500 Euro kostet. Eben
jetzt wird von MS mit Vissta der Standard wieder auf dieses
Preisniveau gehoben - XP lief ja mittlerweile schon auf billigerer
Hardware. Damit akzeptieren wir auch die Energieschlucker in Haus und
Buero - nicht zu vergessen die Breitband-Netzwerke (vor 10 Jahren
hatten Schaltschraenke auf den Strassen keine Luftschlitze)
Wir verstecken uns hinter dem digitalen Graben und akzeptieren eine
unglaubliche Energieverschwendung. NLP Master Bochum fanden folgendes
herraus:
- Moeglichkeiten zur Einsparung von Energie sind in der IT mehr als
im Verkehr und bei Gebaeuden zusammen: In der IT kann man durch
billigere Bauteile Energie sparen, das ist einzigartig.
- Wir Reichsten schliessen die Armen am effizientesten durch IT von
der Teilhabe an unserer modernen Weltwirtschaft aus. Ein office xp
document kann nur lesen wer fuer 100 Euro einen Rechner kauft.
- Auf das ‘Gesamtsystem PC’ - also incl OS und Anwendung - bezogen
erleben wir eine Stagnation auf Niveau 1997.
Das Ergebnis trifft uns subjektiv am Personalcomputer, wo seit dem
Pentium I kein Fortschritt spuerbar ist. Nichtmal das Compilieren
geht heute schneller, weil ich heute ein mehrfaches an Bibliotheken
verwende (um die gleiche Funktionalitaet wie frueher zu erreichen).
Wegen unglaublich schlechter Software kann ich subjektiv keinerlei
Fortschritte fuer meine Arbeit und Freizeit am Computer feststellen.
Der letzte wichtige Schritt war der Pentium I mit PCI.
Einmal habe ich mitgearbeitet an der ‘Verbesserung’ einer Anwendung:
Vorher war eine Anfrage nach max 2 s beantwortet, nacher - auf neuer
Hardware und neuer Software - hat es ueber 10s gedauert. Wurde
allseits akzeptiert!